Sozialstandards

Integraler Bestandteil nachhaltigen Handelns

Im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements der METRO GROUP werden die entsprechenden ökologischen und sozialen Herausforderungen für den Handel kontinuierlich ermittelt. Wichtige Aspekte sind gerechte Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Sozialstandards entlang der Lieferkette. Die METRO GROUP erlaubt keinem ihrer Lieferanten, sich an Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder jeglicher anderer Form der Ausbeutung zu beteiligen. Das heißt, dass die Lieferanten die Kernnormen der International Labor Organisation ILO respektieren müssen. Vor Jahren wurden diese Verbote bereits als fester Bestandteil in die Allgemeinen Einkaufsbedingungen der METRO GROUP aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt ist die Überwachung der Sozialstandards zu einem kontinuierlichen Prozess innerhalb des Unternehmens geworden.

Farmer in Greenhouse

Ansatz zur Schaffung humaner Arbeitsbedingungen

Indische Rezeptionistin

Seit 2008 verfolgt die METRO GROUP Buying Hongkong den systematischen Ansatz, von allen Lieferanten für Non-Food-Importe (Handelswaren) einen gültigen Sozialstandard-Prüfbericht oder ein Zertifikat zu den Produktionsstätten einzufordern, die für die Produktion dieser Waren in Risikoländern genutzt werden.

Mittlerweile folgen alle Vertriebslinien der METRO GROUP dem systematischen Ansatz bezogen auf alle Lieferanten für Non-Food-Eigenmarken (Handelswaren). Die Lieferanten beziehungsweise die Produktionsstätten werden aufgefordert, sich in ein Sozialstandard-System einzubinden und akzeptable Sozialstandards entsprechend der Kernarbeitsnormen der International Labor Organisation ILO zu erreichen.

Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) 

Die METRO GROUP gehört zu den Gründungsmitgliedern der Business Social Compliance Initiative, kurz BSCI genannt, die sich der Einhaltung fundamentaler Menschenrechte in der Produktions- und Lieferkette verschrieben hat. Mittlerweile hat sie sich zu einem der größten und effizientesten Systeme zur Implementierung von sicheren und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländern entwickelt. BSCI verfolgt einen internationalen und vor allem sozial ganzheitlichen Ansatz. Von multinationalen Konzernen bis hin zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vereint BSCI Unternehmen durch einen gemeinsamen Verhaltenskodex und ein entsprechendes Kontrollsystem, die in allen Bereichen und Ländern anwendbar sind. Alle BSCI-Mitglieder verpflichten sich, den BSCI Verhaltenskodex als Teil der Geschäftsbeziehungen mit Produzenten in Risikoländern zu implementieren. Dies unterstreicht ihr Engagement, die Arbeitsbedingungen (inklusive Brandschutz) in Fabriken und Betrieben zu verbessern. Im Rahmen der BSCI werden Hersteller und Lieferanten aus Risikoländern, auditiert und bei der Einführung verbesserter Arbeitsbedingungen unterstützt.

Der BSCI Verhaltenskodex umfasst zehn Prinzipien, die auf den wichtigsten internationalen Arbeitsstandards basieren (d.h. denen der International Labor Organisation ILO) und die Rechte der Arbeiter schützen. Die Hauptziele des BSCI Verhaltenskodex für Hersteller und ihre Mitarbeiter sind:

  • Die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen werden eingehalten
  • Es gibt keine Diskriminierung
  • Kinderarbeit ist verboten
  • Es werden gesetzliche Mindestlöhne bzw. branchenübliche Löhne gezahlt
  • Die Arbeitszeiten entsprechen nationalen Gesetzen und überschreiten nicht regelmäßig 48 Stunden sowie 12 Überstunden
  • Es gibt keine Zwangsarbeit und Disziplinarmaßnahmen
  • Der Arbeitsplatz ist sicher und gesund
  • Die Umwelt wird respektiert
  • Es gibt eine Richtlinie für gesellschaftliche Verantwortung
  • Es gibt eine Richtlinie gegen Bestechung und Korruption

Die Liste der Risikoländer wird von BSCI festgelegt. Die Klassifizierung als Risikoland basiert neben der Erfahrung der örtlichen Einkaufsgesellschaften auf dem Human Development Index (Wohlstandsindex) der Vereinten Nationen und dem Corruption Perceptions Index (Korruptionswahrnehmungsindex) von Transparency International.

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Logo BSCI

Akzeptierte Standards und Zertifikate

Zusätzlich zum BSCI (Business Social Compliance Initiative) Standard, akzeptiert METRO GROUP zusätzliche Standards und Zertifikate um die Einhaltung von Sozialstandards zu prüfen. Einige dieser Standards werden nur unter der Bedingung akzeptiert dass alle Befunde behoben wurden:

  • SA8000 (Social Accountability)
  • ICTI (International Council of Toy Industry)
  • ICS (Initiative Clause Sociale)
  • ETI (Ethical Trading Initiative), sofern sie gemäß den SMETA-Richtlinien (Sedex Members Ethical Trade Audit) durchgeführt wird
  • EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition)
  • FLA (Fair Labor Association)

Des Weiteren akzeptiert METRO GROUP folgende Lebensmittel relevante Standards / Zertifizierungen im ersten Schritt um die Einhaltung von Sozialstandards sicher zu stellen:

  • RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil)
  • ASC (Aquaculture Stewardship Council)
  • BAP (Best Aquaculture Practices)
Übersicht akzeptierte Standards, PDF 0,15 MB

Brandschutzabkommen für Bangladesch 

Indische Stoffe im Markt

Die METRO GROUP hat Mitte Juni 2013 das Abkommen für besseren Brandschutz und mehr Gebäudesicherheit in der Textilindustrie von Bangladesch unterzeichnet. Damit verpflichtet sich das Unternehmen, einen weiteren Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Textilindustrie in Bangladesch zu leisten.

Die Ziele des Brandschutzabkommens sind ehrgeizig: In rund 1.600 Fabriken müssen Inspektionen durchgeführt und die entsprechenden Inspektionsberichte aufgearbeitet werden. Auch die politischen Umstände und kulturellen Besonderheiten in dem Produktionsland spielen für die erfolgreiche Umsetzung des Brandschutzabkommens eine wichtige Rolle. Die METRO GROUP führt mit den Hauptinitiatoren des Abkommens, der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) sowie mit den internationalen Gewerkschaftsorganisationen UNI Global Uni und IndustriALL Global Union, aber auch den anderen Unterzeichnern und Unterstützern der Initiative hierzu intensive Gespräche. Ziel aller Beteiligten der Multistakeholderinitiative ist es, die Lieferkette in Bangladesch schrittweise sicherer und nachhaltiger zu machen.

Leitlinien und Managementsysteme zur Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen

Die Unglücke in Textilfabriken in Bangladesch hatte die METRO GROUP mit großer Betroffenheit wahrgenommen. Auch wenn zu keiner der betroffenen Fabriken direkte Geschäftsbeziehungen bestanden, hatte das Unternehmen die Vorfälle der vergangenen Monate bereits Ende 2012 zum Anlass genommen, um seine bereits seit vielen Jahren bestehenden Leitlinien und Managementsysteme zur Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen in der Lieferkette noch einmal weiterzuentwickeln. So hat die METRO GROUP-Einkaufsgesellschaft MGB Hongkong beispielsweise zusätzlich zu unseren laufenden Auditierungsprogrammen seit Februar 2013 in Kooperation mit dem TÜV Rheinland Brandschutz- und Arbeitssicherheitstrainings für Lieferanten in Bangladesch und weiteren Ländern umgesetzt.

Die METRO GROUP arbeitet in Asien über die MGB Hongkong mit rund 1.200 Fabriken zusammen, von denen die große Mehrheit der Fabriken (über 900) seit vielen Jahren in China liegt. Für die Textilproduktion in Bangladesch hingegen verfolgt die METRO GROUP von jeher den Ansatz, dort nur sehr selektiv mit Fabriken zusammenarbeiten, da die Arbeitsbedingungen in vielen Fällen nicht den hohen Standards des Unternehmens genügen. Die Einkaufsgesellschaft unterhält in der Hauptstadt Dhaka ein eigenes Büro mit lokalen Mitarbeitern, die regelmäßig unsere aktiven Fabriken besuchen und z.B. die Brandschutzsicherheit überprüfen. In Bangladesch haben alle Fabriken, mit denen wir zusammenarbeiten, erfolgreich den Kontrollprozess der Business Social Compliance Initiative (BSCI)  bestanden. Auch das Thema Brandschutz ist ein Aspekt der BSCI-Anforderungen. Dazu gehören im Einzelnen Brandschutzvorkehrungen und -managementsysteme wie Notausgänge, Fluchtwege, Feuerlöscher sowie Brandschutzübungen. Mit der Unterzeichnung des Brandschutzabkommens können wir unser Engagement für bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ausbauen.

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