Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Türkei spiegelt sich in den steigenden Einkommen sowie der wachsenden Kaufkraft der Bevölkerung wider – und wird gleichzeitig weiter durch sie vorangetrieben. Steigende Beschäftigung, eine relativ starke Türkische Lira und eine geringe Sparquote ermöglichen einen verstärkten Konsum. Mit knapp 71 Prozent ist der Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt überdurchschnittlich hoch. Zum Vergleich: Der zehnjährige EU-27-Durchschnitt liegt bei rund 58 Prozent.
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Das Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei hat sich zwischen 2002 und 2008 verdreifacht. Nach einem rezessionsbedingten Knick im Jahr 2009 setzt sich dieser positive Trend weiter fort. Auch die Kaufkraft der türkischen Bevölkerung wächst: Einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg sie 2010 auf 5.107 Euro pro Einwohner in der Türkei. Damit hat das Land am Bosporus sowohl Ungarn und Kroatien als auch die baltischen Staaten überholt.
cbi:///cms/239660Im Vergleich mit westlichen Industriestaaten verzeichnet die Türkei jedoch nach wie vor ein sehr niedriges Pro-Kopf-Einkommen. Trotz hoher Wachstumsraten ist der Wert lediglich halb so hoch wie der EU-Durchschnitt und zehnmal geringer als beispielsweise im Vereinigten Königreich. Nach Informationen des Auswärtigen Amts bezieht ein großer Anteil der Arbeiter in den Bereichen Industrie, Landwirtschaft und Handwerk den offiziellen Mindestlohn. Dieser wurde im ersten Halbjahr 2012 auf 887 Türkische Lira brutto (rund 390 Euro) festgesetzt. Rund 20 Prozent der türkischen Bevölkerung leben derzeit in Armut.
cbi:///cms/239663Im regionalen Vergleich zeichnet sich zudem eine zunehmend ungleiche Einkommensverteilung ab. Die Provinz Istanbul ist mit Abstand das wichtigste Wirtschaftszentrum der Türkei. Hier konzentrieren sich 18 Prozent der Gesamtbevölkerung und 28 Prozent des verfügbaren Einkommens des Landes. Dagegen sind vor allem die ländlichen Gebiete im Osten der Türkei innerhalb der Provinzen Van, Agri, Bitlis oder Mus von einer sehr geringen Kaufkraft geprägt. Nach aktuellen Daten der GfK haben die zehn ärmsten Regionen eine durchschnittliche Kaufkraft je Einwohner von nicht einmal 750 Euro. Das entspricht etwa zehn bis 15 Prozent des landesweiten Durchschnittseinkommens.
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