Liebe Leserinnen und Leser,das Jahr 2009 war für die METRO GROUP eines der herausforderndsten seit ihrem Bestehen: Eine der schwersten Wirtschaftsund Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte hinterließ auch im Handel ihre Spuren. Gerade in einer solch angespannten wirtschaftlichen Situation ist es für ein verantwortungsbewusstes Unternehmen wichtig, seine langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Nachhaltigkeit ist eines dieser Ziele, das letztlich auch für die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens steht. Wir haben in diesem Sinne gehandelt und in der Krise unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgebaut - anstatt es zu reduzieren.
Mit der Gründung unseres Nachhaltigkeitsrats im September 2009 haben wir Nachhaltigkeit explizit zu einem strategischen Pfeiler der METRO GROUP erklärt und unser Nachhaltigkeitsmanagement auf eine neue Grundlage gestellt: Der Nachhaltigkeitsrat soll konzernweit verbindliche Standards für nachhaltiges Wirtschaften erarbeiten und im Unternehmen verankern. Mit der neuen, effektiven Organisation unseres Nachhaltigkeitsmanagements wollen wir den steigenden Anforderungen von Kunden, Investoren, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit frühzeitig gerecht werden. Die positive Aufnahme dieser Entscheidung in den Medien, am Kapitalmarkt und in der Politik hat uns darin bestätigt, dass wir damit den richtigen Weg eingeschlagen haben.
Zu den Erfolgen, die wir seit Gründung des Gremiums bereits erreicht haben, zählt die neue Verantwortungspartnerschaft, die wir mit der Organisation der Vereinten Nationen zur Förderung der industriellen Entwicklung (UNIDO) geschlossen haben. Mit diesem Pakt gegen den Hunger in Schwellen- und Entwicklungsländern haben wir auch unser langjähriges und äußerst erfolgreiches Modell der Lieferantenqualifizierung auf eine neue Stufe gehoben.
Erfolgreich waren wir auch mit unseren fortgeführten Aktivitäten im Bereich des energieeffizienten und ressourcenschonenden Wirtschaftens: Die Verbesserung der Kennzahlen für Energie und Papier zeigt uns, dass wir bei unserem Ziel, die spezifische Klimawirkung unseres Unternehmens bis 2015 um 15 Prozent im Vergleich zu 2006 zu reduzieren, auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig hilft uns ein verringerter Ressourcenverbrauch dabei, steigende Energie- und Rohstoffpreise wirksam abzufedern.
Um unseren künftigen Bedarf an qualifizierten und motivierten Mitarbeitern unter den Bedingungen des demografischen Wandels decken zu können, haben wir im Jahr 2009 erneut gezielt in die Aus- und Weiterbildung von Menschen investiert. In Deutschland konnten wir rund 2.300 Schulabgängern mit einem Ausbildungsplatz einen Einstieg in das Berufsleben bieten. In Osteuropa nahmen knapp 3.500 junge Menschen an unserem konzerneigenen Ausbildungsprogramm "Metro Education" teil. Mit dem Ziel, den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, haben wir insbesondere die auf das Kerngeschäft unserer Vertriebslinien ausgerichteten Qualifizierungsangebote für unsere Mitarbeiter erweitert. Auch außerhalb unseres Unternehmens haben wir vielen Menschen - gerade auch sozial Benachteiligten und Geringqualifizierten - durch die Unterstützung von Ausbildungsangeboten eine Perspektive gegeben.
Diese und zahlreiche weitere Maßnahmen, Ziele und Kennzahlen, die wir mit dem vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren, zeigen einmal mehr, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften zwei Seiten einer Medaille darstellen: Profitables Wachstum ist langfristig nur durch verantwortliches Handeln gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt möglich. Darüber hinaus sehen wir damit auch Wettbewerbsvorteile verbunden. Nachhaltigkeit entspricht auch unseren wohlverstandenen betriebswirtschaftlichen Eigeninteressen. Denn wenn Produkte und Preise sich angleichen, wird die soziale und ökologische Kompetenz eines Unternehmens immer wichtiger.
Zwischen dem Markt der Produkte und dem Markt der Meinungen und Wertschätzungen gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang. Eine klare und mit dem Kerngeschäft eng verbundene Nachhaltigkeitsstrategie hilft dabei, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern.
Ich wünsche Ihnen eine informative und anregende Lektüre.
Dr. Eckhard Cordes
Vorsitzender des Vorstands cbi:///cms/100050